Immer feste druff auf den Normal-Bürger. Er kann sich ja nicht wehren

Ein Gastbeitrag von Jörg Gebauer:


Wenn „Wissenschaft“ sich in den Dienst der „politischen Klasse“ stellt…

 

Wähler dürfen weder pauschal, undifferenziert noch wissenschaftlich unbegründet beschimpft werden. Der Politik-Wissenschaftler Prof. Dr. Arenhövel bezeichnete jüngst Zigtausende sächsische Wähler als „rechtsextrem“ und „ausländerfeindlich“, ohne jemals mit ihnen gesprochen zu haben.
Und schlimmer noch: Ohne empirisch abgesicherte Daten vorzulegen. Denn diese sprechen eine ganz andere Sprache. Sie würden den Herrn Professor – im Gegenteil – sogar widerlegen.
Es geht um das bekannte „Polit-Sprech“ frei nach dem Motto: Eine kräftige Behauptung erzielt mehr Erfolg als ein schwacher Beweis. Auf diesem Niveau von „Wissenschaft“ sind wir mittlerweile angekommen. Die wirklichen „Zahlen-Daten-Fakten“ hingegen belegen, dass es eher die alten Volksparteien sind, die ein Riesen-Problem mit ihren Stammwählern haben. Doch dazu unten mehr…

Was war geschehen?

Der regional betroffene, direkt gewählte Bundestags-Abgeordnete ließ die Beschimpfung seiner Wähler nicht zu und steht damit in guter Tradition: War es nicht auch einmal die SPD, die vor 100 Jahren (lange ist’s her) als Vormacht des kleinen Mannes – sich und ihn schützend – die Vorwürfe, Landesverräter zu sein, abwehren musste? Nichts anderes, als eine Wiederholung des alten Schemas, erleben wir aktuell. Nur sind es nicht mehr die damals (vor einem Jahrhundert) infamen Vorwürfe gegen die SPD, sie würden die Gesellschaft von links untergraben, sondern heute ist es der „Krampf gegen räächts“, der mit Steuer-Geldern gegen die AfD geführt wird.
Was damals als geschickte Vorhaltung, von links den Staat und seine Wehrhaftigkeit untergraben zu wollen, gerne eingesetzt wurde, ist heute die „Nazi-Keule“ gegen den Normal-Bürger, damit er mundtot gemacht werden kann. Zur Auseinandersetzung zwischen dem Bundestags-Abgeordneten Tino Chrupalla (AfD) und Prof. Dr. Mark Arenhövel hier zunächst die Vorgeschichte und dann die „systembedingten“

Hintergründe:

Der Professor diktierte der „Sächsischen Zeitung“ im vergangenen Oktober in die Zeilen:

„Es ist ein Problem, jemanden die Stimme zu geben, der sich offensichtlich immer radikaler präsentiert hat. Das ist wie bei Pegida. Da laufen auch viele mit, die von sich selbst behaupten, nicht rechtsextrem zu sein. Wir müssen in unserer Gesellschaft von einem Anteil von rund 15 Prozent mit einem rechtsextremen Weltbild ausgehen. Diese Menschen sind nur noch ganz schwer zu erreichen. Die Frage ist, was treibt deren Wähler an, darunter vor allem Männer im Alter zwischen 30 und 55 Jahren. Man greift die Schwächsten der Schwachen an und sieht überhaupt nicht, dass die Verbesserung der eigenen Situation nichts damit zu tun hat. Man muss auch mal raus aus dieser Opferhaltung und dies nicht als Rechtfertigung für Fremdenfeindlichkeit missbrauchen. Natürlich ist das ein schwieriger Prozess. Aber dieses alles erklärt nicht die Ressentiments, den Chauvinismus und diese Demokratiefeindlichkeit.“

Tino Chrupalla (MdB) antwortete:

„Ich frage mich, ob Prof. Dr. Mark Arenhövel, seit 2012 in Sachsen lebend, jemals den Versuch unternahm, unser Bundesland Sachsen und seine fleißigen Bürger kennenzulernen, in ihre jüngere Geschichte einzutauchen, um dann aktiv einen Beitrag für den gesellschaftlichen Diskurs zu leisten? Er bedient die derzeit gängigen Klischees bis hin zur Nazikeule um Menschen zu diffamieren und diese in das gesellschaftliche Abseits zu kolportieren.
Keinerlei Kenntnis habe ich davon, dass Prof. Arenhövel jemals den Anlauf nahm, mit mir als Direktkandidaten der AfD für den Landkreis Görlitz oder unseren Mitgliedern des Kreisverbandes Kontakt aufzunehmen, um sich konkret zu informieren und auszutauschen. Explizit verweist er jedoch auf einen Anteil von rund 15 Prozent meiner Wählerschaft (Erststimme 49832 gleich 32,4 Prozent), also in etwa 7500 Bürger im Landkreis Görlitz, die klar rechtsextrem seien. Mit diesen 7500 Bürgern sei kein demokratischer Meinungsaustausch mehr möglich, diese erreiche man nicht mehr. Ist Herrn Prof. Arenhövel in Ansätzen überhaupt bewusst, was er da schreibt? Unglaublich.
Welche Inhalte vermittelt dieser Professor mit den Schwerpunkten Internationale Politik und Demokratie (inklusive der Strategien hierfür) in der Weltgesellschaft unseren Kindern, welche sich als Studenten an der TU Dresden für Politikwissenschaften eintragen? Wer hinterfragt dies? Was will Herr Arenhövel mit seinen Aussagen dem sächsischen Bürger suggerieren? Er möge Antworten geben. Ich erwarte eine zeitnahe Terminvereinbarung und werde ihm die entsprechenden Kontaktdaten mitteilen.“

Interessanter für ein breites Publikum ist aber sicher der Umstand, dass wir es nun endlich mit einer beginnenden Debatte auf parlamentarischer Ebene zu tun bekommen über Fördermittel-Verschwendung sowie über die Instrumentalisierung von „Forschung und Lehre“ zu politischen Zwecken:

Der sogenannten SPD (Sie wissen schon: Das hatte mal was mit Brandt und Schmidt zu tun) sowie manchen links-grünen „Wissenschaftlern“ gelingt es immer noch, Widersprüche der faktischen Art zu verwischen. Sie leben gewissermaßen bereits jetzt im post-faktischen Zeitalter. Das, was sie sonst anderen (den lächerlich gemachten „besorgten Bürgern“) permanent vorwerfen.
Wissenschaft im Dienste der „politischen Klasse“ funktioniert heute wie folgt:
Unliebsame Erkenntnisse werden verschleiert und Dinge, die ins Bild passen, werden zu gigantischen „Heiß-Luft-Ballons“ aufgeblasen. In ein und derselben Studie schafft man es somit, zum Beispiel der SPD einen erheblichen rechtsextremen Wähleranteil nachzuweisen, diese Partei aber zugleich als „Engels-gleiche“ Vorkämpferin gegen den angeblichen Populismus zu positionieren. Und dies, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Immerhin 36% der SPD-Wähler finden demnach, Moslems sollte die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden. So schließlich das Ergebnis der aktuellen Leipziger Universitäts-Studie namens „Mitte 2016 – autoritäre und rechtsextreme Einstellungen in Deutschland“.
Ein Aufschrei von links, von grün? Nein, erfolgt nirgends.

Es wurde geforscht und gehobelt. Es wurde schein-analysiert und mit veralteten Methoden gearbeitet, nur um den Deutschen etwas Rechtes anzudichten. Wissenschaftlich hanebüchen.
Alle Register wurden gezogen. Es wurde gebogen und gelogen, als sich wissenschaftliche Kritiker der Studie meldeten. Es wurden öffentliche Gelder zweckentfremdet, weil nun auch noch mit Hilfe derselben Studie bei CDU und SPD nach weiteren Forschungs- sowie Fördergeldern angefragt wird.

Beim besten Willen: Es wurde nichts, aber auch rein gar nichts gefunden, um uns Deutsche in der Gesamtheit zu diskreditieren. Nur – Au Weia – wenn da nicht nur diese rechtsextremen SPD-Wähler wären. Die passen ja nun mal gar nicht zur Strategie der versuchten Denunziation. Auch die „arme“ CDU bekommt dafür (als „Ausgleich“ ein bißchen) ihr Fett weg in der Studie.

Es ließen sich einfach zahlenmäßig nicht mehr Rechtsextreme finden als in den Jahren zuvor. Zum Verzweifeln. Wörtlich:

„Es ist keine Zunahme rechtsextremer Einstellung festzustellen. Der Anteil an Menschen, bei denen sich rechtsextreme Ideologie in der Einstellung wiederfindet, ist seit 2014 nicht gewachsen. Seit 2006 (Langzeit-Betrachtung) ist er sogar gesunken.“

Eigentlich eine gute Nachricht, die aber im Gesamt-Tenor fast untergeht. Was die Studie tatsächlich dagegen erkannt hat: Ein Riesen-Problem in der Wählerschaft der beiden ehemaligen („großen“) Volksparteien (Zitat):

„Ausländerfeindlich Eingestellte, wie auch manifest Rechtsextreme blieben über die Jahre seit 2002 weiterhin bis heute den großen demokratischen Parteien SPD und CDU verbunden.“

Ach so, dann ist es ja nicht so schlimm. Aber immerhin gut geeignet, dem deutschen „Michel“ sowie der Regierung ein schlechtes Gewissen zu bereiten, um somit weitere „Forschungs-Mittel“ zu bekommen.

Es soll hier aber noch abschließend eine Kostprobe dessen gegeben werden, was die hochdotierten „Wissenschaftler“ der Leipziger Studie bereits als „rechtsextreme Einstellung“ bezeichnen, was somit Grundlage der gewagten (und mißlungenen) Vorgehensweise war.

Folgende „Fehler“ sollte man als Teilnehmer einer Studie jedenfalls nicht machen, um nicht als „rechtsextrem“ eingeordnet zu werden. Denn wenn man folgenden Aussagen mehrheitlich zustimmt, dann gilt man – den Selektierern an der Meinungs-Rampe – als „rechtsextrem“. Eine beliebte Methode, um Ergebnisse freihändig so zu steuern, dass ein jeder willkürlich als „rechtsaußen“, als „Pegida-hörig“, pauschal als „Eliten-Kritiker“ oder als „Demokratie-Feind“ vorgeführt sowie diskreditiert werden kann. Nun denn:

Aussagen, denen man nicht zustimmen darf, ohne sich verdächtig zu machen:

1) „Gegen Außenseiter und Nichtstuer sollte in der Gesellschaft mit aller Härte vorgegangen werden.
2) Unruhestifter sollten deutlich zu spüren bekommen, dass sie in der Gesellschaft unerwünscht sind.
3) Gesellschaftliche Regeln sollten ohne Mitleid durchgesetzt werden.
4) Traditionen sollten gepflegt und aufrechterhalten werden.“
… und weiter – hier im Zitat – sollte man auf gar keinen Fall einer der folgenden Aussagen zustimmen:
5) „Was sich bewährt hat, sollte nicht übereilt in Frage gestellt werden. Denn: Es ist immer das Beste, Dinge vorerst in der üblichen (der gewohnten) Art und Weise zu machen.
6) Herkömmliche soziale Normen und mehrheitlich geteilte Regeln für das gemeinschaftliche Verhalten sowie anerkannte moralische Werte sollen nicht permanent hinterfragt, sondern stattdessen weiterhin übernommen werden.“
Ja, in der Tat, so arbeitet die heutige „Politik-Wissenschaft“ im Dienste der herrschenden politischen Klasse. Wie sagten wir einst im Mathematik-Unterricht? „Wie es zu beweisen war – quod erat demonstrandum“. Ja, ja die Deutschen sind ganz gefährlich rechts, bla bla. Immer die gleiche Leier. Und wenn’s die Wähler von SPD und CDU sind, dann gehen wir halt elegant darüber hinweg – nach dem Motto: Haltet den Dieb…
Doch, je kritischer die Bürger hinsehen, je deutlicher im neugewählten Bundestag die Debatte geführt wird, desto mehr wird erkennbar: Den Alt-Parteien sowie den (meist) in ihren Diensten stehenden Politik-Wissenschaftlern und Medien hängt bereits die Schelle um. Wenn sie sich auch nur etwas bewegen, dann klingelt’s. Es klingelt immer lauter und vernehmbarer: Hier werden „Zahlen-Daten-Fakten“ willkürlich verschleiert und uminterpretiert, damit das Feindbild stimmt.

 


 

Zum Autor: Jörg Gebauer ist ausgebildeter Staatswissenschaftler (Magister in Politik, Jura und Soziologie). Daneben hat er Kriminologie, Volkswirtschaftslehre sowie Staatsphilosophie studiert. Von 1979 bis 2014 war er Mitglied der SPD. Unter anderem gehörte er dem Juso-Bundesausschuss fünf Jahre lang an und war von Februar 1990 zuerst Mitglied der „Einsatzgruppe Deutsche Einheit“ und im direkten Anschluss daran Mitarbeiter des Deutschen Bundestages bis Juni 1992. Dort unter anderem tätig für den ehemaligen Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski („Ben Wisch“). Zuvor war er drei Jahre Angestellter der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Seit 1992 ist Jörg Gebauer als Berater in der freien Wirtschaft tätig. Er arbeitet für mehrere große deutsche Firmen als Change-Agent, als Führungskräfte-Trainer sowie als Personal- und Kommunikationsberater.

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